Verbandsperspektiven

Verbandsperspektiven

Der Gesprächs-Podcast des DBSV

Transkript

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00:00:06:

00:00:18: Hallo und herzlich willkommen zu einer neuen Folge der Verbandsperspektiven, dem Gesprächspodcast des deutschen Blinden- und Sehbehindertenverbands.

00:00:26: Das heutige Thema ist der sehbehinderten Tag – das ist ein Aktionstag am sechsten Juni jedes Jahr, der Aufmerksamkeit auf die Belange sehgehinderter Menschen legen soll.

00:00:40: Was genau das heißt werden wir heute besprechen.

00:00:43: Mit dabei sind Andreas Betke, der Geschäftsführer des DBSV.

00:00:47: Hallo!

00:00:48: Und Ben Peters ist Mitglied im Fachausschuss für die Belange Sehbehinderter und beim DSV Mitglied in Leitungsteam der Koordinationsstelle Leben mit Sehbehinderung und im Leitungsteam der Kolonationstelle Hilfsmittel.

00:01:03: Ja hallo guten

00:01:04: Tag.

00:01:05: Wir sind heute aus Sachsen-Anhalt zu uns gekommen.

00:01:08: Sehr schön dass Sie beide da sind.

00:01:11: Also es soll um den siebenhänderten Tag gehen.

00:01:13: In diesem Jahr hat er das Thema Kochen und da möchte ich ganz am Anfang erstmal von Ihnen beiden wissen, was dieses Thema in Ihnen hervorruft.

00:01:22: Kochen Sie selbst gerne?

00:01:24: Was kochen Sie am liebsten?

00:01:26: Ja essen Sie lieber als zu kochen.

00:01:28: wie ist es?

00:01:29: Ja also Essen tue ich natürlich sowieso gerne.

00:01:33: Supergerne!

00:01:34: Gehe gerne essen, essen gern zu Hause.

00:01:36: ja kochen zuhause ist ein bisschen wenig Zeit.

00:01:39: Ich bin der Salatspezialist bei uns in der Familie und koche aber auch ab und zu, wenn es die Zeit ermöglicht.

00:01:45: Die haben uns gerade neuen Herd angeschafft.

00:01:47: da ging's natürlich dann darum dass er auch gut bedienbar ist und jetzt werden wir austesten wie das künftig mit Induktionen funktioniert Und bisher war sozusagen der klassische Herd, der bei uns Zuhause da war

00:02:03: Ja ich koche auch gern sieht man mir wahrscheinlich auch so ein bisschen manchmal an.

00:02:08: Das fing mal an, wir haben zu Hochzeit damals fünf Schnellkrochtöpfe geschenkt bekommen und das hieß was in der DDR.

00:02:15: Und da traut sich meine Frau nicht ran und so kam ich zum Kochen macht das auch ganz gerne und wir kochen quer durch die Küche Hausmannskost gerne und heute mit YouTube Vorlagen kann man da wunderbar Dinge nachkochen.

00:02:32: Als aktuellstes Projekt hatte ich jetzt am Wochenende, hat mir meine Tochter ein Rezept geschickt über ein lecker Brot.

00:02:39: Und das habe ich dann gebacken.

00:02:41: und da war so recht überrascht als sie dann am Wochenend kam, dass dieses schöne Käse-Schinkenbrot plötzlich vor ihrer Nase stand.

00:02:49: Bevor sie reinkam, roch sie es schon!

00:02:51: Die Überraschung war dann gleich relativ schnell dahin.

00:02:54: Wir sollten vielleicht für den nächsten Koch-Podcast dann entsprechende Mitbringsel vereinbart.

00:03:00: Können wir gerne machen, aber das Boot ist schon alle.

00:03:04: Gute Idee!

00:03:07: Herr Weter Sie sind im Fachausschuss für Belange Seebehinderte.

00:03:11: Womit beschäftigen sich denn die sehbehinderten spezifischen Gremien wie dieser Fachauschuss?

00:03:19: Der Fachausschuss ist ja ein übergeordnetes Gremium aus verschiedenen Vereinen zusammengeführt und beschäftigt sich da mit sebelneren spezifischen Themen, die können sehr vielfältig sein.

00:03:34: Wir beraten in diesem Fachauschuss Verbandsorgane wirken an der Meinungsbildung in den Verbänden mit und bringen uns auch einen in bundesweite Aktion Wie zum Beispiel auch den Sehbindertentag schlagen da Themen mit vor und besprechen diese.

00:03:55: Gibt es ein Beispiel für, welche Themen Sie gerade besonders wichtig finden aktuell?

00:04:02: Damals im letzten Jahr das Thema Kochen war ja ... ein Thema, wo wir uns mit beschäftigt haben.

00:04:10: Und das geht ja dann seine Runde auch beim DWSV weiter in den Öffentlichkeitsarbeitern.

00:04:15: Ach da bin ich übrigens auch noch mit dabei über den Sachsen-Anhaltienischen Verein als Öffentlicheitsarbeiter und dafür wird das Thema dann auch besprochen.

00:04:25: wie kann man das umsetzen?

00:04:27: Und dann in der Koordination stelle Leben.

00:04:30: mit Sehbinderung werden die Themen natürlich auch weiter mitbesprochen.

00:04:35: Wie setzt man das um?

00:04:36: Was macht man am besten?

00:04:38: Wie kriegt man es hin, dass die Landesvereine auch alle mitmachen.

00:04:41: Das ist ja immer ganz wichtig dabei!

00:04:44: Ja und jetzt gibt es den sehbehinderten Tag im Juni.

00:04:49: Warum ist es so wichtig, dass es denen gibt?

00:04:52: Ja vielleicht muss man da in die Geschichte schauen.

00:04:55: Es ist ja so wenn man sich unsere Selbsthilfe anschaut wie sie entstanden ist.

00:05:00: dann war sie mal ein Zusammenschluss blinder Menschen.

00:05:03: Dann ist es aber so gewesen, dass es immer mehr fortschreitende Erkrankungen gegeben hat.

00:05:08: Mehr Menschen einfach mit Seebeeinträchtigungen da gewesen sind die natürlich sich auch organisieren wollten.

00:05:16: und dann ist es auch so gewesen das es in der DDR ohnehin so war, dass die Selbsthilfe nicht so auf blinde Menschen konzentriert war sondern dass sehbehinderte Menschen schon lange einbezogen waren und sozusagen in den Zusammenschlüssen dort sehr viel mehr präsent waren als das im Westen war.

00:05:37: Und deshalb ist die Notwendigkeit entstanden, dass gesagt hat so es muss doch aber so sein, dass wir nicht nur für die ja vollständig blinden Menschen da sind sondern auch für Menschen in der Seebeeinträchtigung haben.

00:05:51: und deshalb ... hat sich der Verband dann, ... ... entschieden ganz bewusst auch das Thema ... ... Seebehinderung mit in den Namen aufzunehmen.

00:06:00: Mit in die Satzung aufzunehmen.

00:06:01: und da ist natürlich auch dabei entstanden, dass er gesagt hat so, ... ..."dann müssen diese Menschen aber auch sichtbar

00:06:07: werden.".

00:06:07: Dann sollen sie sich auch zu Sammen finden können... ...und dann sind damals die Aktionstage-Seebehinderungen entstanden,... ...die am fünften und sechsten Juni in Bonn stattgefunden haben.

00:06:22: Die Selbsthilfe hat aufgerufen, dass sich sehbehinderte Menschen dort treffen und aktiv sind.

00:06:28: Sie sichtbar machen und erst mal gegenseitig stärken.

00:06:32: Und so ist eigentlich das Thema Sehbehinderthentag entstanden.

00:06:36: Es hat sich ja dramatisch entwickelt seitdem und es natürlich heute nicht mehr so, dass es im Wesentlichen darum geht, nach innen zu wirken wie das am Anfang gewesen ist.

00:06:49: Also man muss ja erstmal auch ein bisschen lernen, dass es völlig unterschiedliche Seebehinderungen oder Augenerkrankungen gibt die zu unterschiedlichen Sehbeeinträchtigungen führen was wiederum zu unterschiedlichem Bedarfen führt.

00:07:02: und sozusagen von dieser Wirkung nach innen hin sind wir inzwischen längst raus würde ich sagen.

00:07:09: Na ja, ich glaube man kann sagen das sind allen Redaktionen heute der sechste Juni als Kalendardatum auch vermerkt ist und dass das sozusagen einer der großen Aktionstage an der Blinden- und Sebiennatten Selbsthilfe ist.

00:07:23: Der bundesweit relevant hat.

00:07:25: Ja, das ist ja auch eine ganz wichtige Sache wie schon eben gesagt, der Sebientag um auch in die breite Masse ins sozusagen normale Volk da diesen Tag zu bringen.

00:07:40: Denn wenn man sich mal so die Statistiken anschaut, ich hatte das einmal bei der AUKR gelesen, wann ein AUKRA-Mitarbeiter mal eine Sebenerden oder blinden Menschen vor der Nase hat ist nicht so sehr oft.

00:07:51: aber die Hilfen, die für sebenerde Menschen geschaffen werden nützen ja auch alten anderen Menschen ne?

00:07:58: Die kontrastreiche Gestaltung zum Beispiel oder auch die Ansagen in den Zügen und Straßenbahnen Das ist auch so eine uralte Kamelle, kann man sagen.

00:08:08: Aber die ist letzten Endes durch die sebehinderten und blinden Selbsthilfe entstanden und es hat sich damit in der großen Masse prädestiniert.

00:08:19: Herr Peters was ist wichtig?

00:08:21: Was beim Sebehindertentag vermittelt werden soll?

00:08:25: Was soll in die breite Masse getragen werden?

00:08:28: Naja, auf jeden Fall das muss ein wichtiges gutes Thema sein.

00:08:34: Dass viele Menschen auch ansprechen.

00:08:37: Gerade jetzt auch Kochen ist ja eine wichtige Sache wenn Menschen jetzt sehbehindert werden.

00:08:43: Plötzlich geht vieles nicht mehr im Leben und Kochen is ja doch ein zentraler Punkt.

00:08:47: man kann ja nicht alles irgendwie von irgendwelchen Lieferdiensten sich bringen lassen.

00:08:52: schon fertig schmeckt ja auch nicht immer.

00:08:54: selbst kochen ist immer besser.

00:08:58: Da ist dieses Thema gerade in diesem Jahr ein, finde ich gutes richtiges wichtiges Thema und wir merken es ja auch wie das bei den Landesvereinen angenommen wird.

00:09:10: Wir haben jetzt zum Beispiel schon einen Fernsehbeitrag im Nordrhein-Westfalen dazu im Internet gesehen wo der erste Kochkurs schon stattgefunden hat.

00:09:22: im Berufsförderungswerk Dürren meine ich was.

00:09:27: So wird das auch wahrscheinlich in einigen anderen Bereichen laufen.

00:09:31: Einfach um den Menschen die Angst zu nehmen, Hilfe!

00:09:34: Ich bin Sehbindert ich kann jetzt gar nichts mehr machen.

00:09:36: nein das stimmt nicht.

00:09:37: man kann wirklich wenn man das nur möchte vieles tun auch mit Hilfe vielleicht anfangs aber es geht.

00:09:46: Ja jetzt gibt's ja jedes Jahr beim Sehbehinderten Tag ein anderes Thema.

00:09:51: Wie wurde sich dann für das Thema Kochen entschieden?

00:09:55: Das ging ja auch durch Durch die Runden wieder hier, wie ich vorhin schon mal erwähnt habe.

00:10:02: Der Fachausschuss Belange Seebehinderte hat Themen vorgeschlagen.

00:10:07: Die Koordinatorenstelle Leben mit Seebehinderung hat dann sich auch dazu geäußert und dazu dann auch.

00:10:15: die Öffentlichkeitsarbeiter haben dann auch nochmal Tipps gegeben.

00:10:20: Wie kann man etwas gut umsetzen?

00:10:22: Welches Thema ist vielleicht nicht so gut um setzbar in der breiten Masse?

00:10:26: Das sind ja Fachleute, die da sind, Journalisten und so weiter.

00:10:32: Die das gut mit umsetzen können.

00:10:34: Und so entsteht dann halt ein Themenvorschlag und der wird ja dann vom Präsidium auch noch mal bestätigt sowie in diesem Falle das Kochen.

00:10:44: So hoch kam das dann?

00:10:48: Wie wird das Thema dann in die Öffentlichkeit transportiert?

00:10:51: Sie haben gerade schon den Fernsehbeitrag erwähnt.

00:10:53: was ist dazu erwarten?

00:10:56: Da müssen wir mal die Landesvereine fragen, was sie uns bieten.

00:11:00: Ich kann sagen in Sachsen-Anhalt ist ein ehlicher Beitrag geplant wie es jetzt auch in Nordrhein-Westfalen war dass wir uns da auch eine Kochstunde nehmen und dann Menschen wie du und ich sozusagen dann halt See behindert und deren Partner vielleicht in einer Küche etwas zurechtzaubern was man dann auch gemeinsam verspeist und hoffentlich schmecken wird.

00:11:30: Ähnlich ist es also mit den anderen Themen, die wir früher hatten – ich erinnere gerne an die Polarmützenaktion.

00:11:37: Ich weiß nicht ob Sie als Journaliste in das damals schon so mitbekommen haben?

00:11:43: Da wurden ja dann auch von Blinden und Seeminderten Menschen zum Beispiel Mützen in Anführungszeichen gestrickt, die man dann über die Straßenpolar gezogen hat.

00:11:54: Weil die ja einen Einheitsgrau haben und man die auch schlecht sieht und wenn man mit denen Kontakt hat tut das meist weh.

00:12:02: Und halt die Frage war ja nochmal wie kommt es in die breite Masse?

00:12:06: Ja da muss man alle Medien nutzen, die sie zur Verfügung hatten intern in den Vereinen klar die Hörzeitungen oder wie jetzt hier dem Podcast, worüber ich sehr froh bin.

00:12:16: Dass wir hier darüber auch mal sprechen dürfen und da natürlich Zeitung, Rundfunk, Fernsehen alles was gibt.

00:12:25: Die Mundpropaganda ist sicherlich auch eine ganz wichtige Sache dabei.

00:12:29: so kommt das dann hoffentlich in die breite Masse und bringt auch das Verständnis des Anführungszeichen normal sehenden Menschen zu den Seebehinderten.

00:12:41: Herr Bittke, welche Rolle erfüllt dabei der DBSV?

00:12:45: Beim DSV-Team liegt dann natürlich die Aufgabe zu den einzelnen Themen.

00:12:52: Ich sage mal jetzt die Materialien vorzubereiten und die Hilfen zu geben damit vor Ort wo der sehbienderte Tag gelebt werden soll, damit dort entsprechende Aktionen stattfinden können.

00:13:04: Jetzt ist es so dass Themen abhängig das ganz unterschiedlich sein kann.

00:13:11: Peter hat eben schon das Thema Pollermützen genannt, wo sozusagen die Idee entstanden ist, entsprechende Strickware näherzustellen.

00:13:21: Die Bund auf dem Pollern dann auch sichtbar sind.

00:13:24: Dann wird sozusagen erst mal werden diese Tipps gesammelt und gegeben und dann helfen wir natürlich in dem wir mit Musterpresseinformationen und so war es dann auch den Regionalorganisation oder Fachorganisationen helfen, die entsprechenden Infos auch in die Öffentlichkeit zu geben.

00:13:45: Jetzt ist es ja so dass wir ich sage mal Jahr für Jahr ein anderes Thema haben.

00:13:51: Wir haben beispielsweise mal das Thema Pflege gehabt, Pflegeeinrichtungen.

00:13:55: dann gab's Materialien, die entwickelt worden sind, die man Pflegeeinrichtung verteilen konnte damit dort mehr Augenmerk darauf gerichtet, dass es einfach viele Menschen mit unterschiedlichen Sehbeeinträchtigungen dort gibt.

00:14:10: Und ... Es ist die Idee entstanden dort auch Schulungen für das Personal durchzuführen.

00:14:17: Das waren ja eh schon einige aber das wurde dann so zu.

00:14:19: dafür gab's dann auch Leitfäden, die entwickelt wurden.

00:14:22: oder ein anderes Thema ist gewesen mit Smart Screens umzugehen.

00:14:29: Das war im letzten Jahr das Thema.

00:14:32: da gab´s wieder ganz anderes herangehen.

00:14:34: Da ist letztlich ein Animationsfilm entstanden, der ich sage mal Probleme im Umgang mit Smart Screens auf humorvolle Weise rübergebracht hat wie es ist damit Kontrasten, Mitschriften und sowas.

00:14:50: Und diese Filme konnten dann eingesetzt werden und vor Ort im Grunde auch an die Öffentlichkeit gegeben werden.

00:14:57: dazu konnten dann auch einige Aktionen bei den entsprechenden Beispielen umgesetzt werden.

00:15:04: Oder wir hatten das Thema Kontraste, da haben wir gedacht wie bringt man das denn irgendwie sage ich mal praxisnah zu den Menschen?

00:15:15: Da gab es dazu die Idee sozusagen wir nehmen.

00:15:16: Treppenmarkierungen ist ja ein ganz wichtiger Sicherheitsaspekt, dass Treppen gut sichtbar sind.

00:15:23: Neben Treppenmarkierungen schauen uns Treppen an die möglichst zentral, möglichst wichtig in Städten oder an Orten sind und machen an diesen Treppenaktionen wo dann entsprechend das Thema präsentiert werden kann, wo wir auch sage ich jetzt mal kommunale Verantwortliche aus den Regionen mit hinzugebieten haben um dieses Thema zu setzen.

00:15:48: Oder wir haben den sehbehinderten Sonntag gehabt, wo wir im Grunde das Thema Barrierefreiheit in den Kirchen aufgegriffen haben.

00:15:56: Und zu all diesen Heran- oder diesen Themensetzungen ist es dann so dass wir zentral die Materialien entwickeln, die Maßnahmen uns überlegen und sozusagen diese ganzen Hilfestellungen auch zur Verfügung stellen.

00:16:12: Wichtig ist vielleicht auch noch eigentlich zu all diesen verschiedenen Aktivitäten.

00:16:20: oft versuchen Partner zu gewinnen, ob es natürlich bei Barrierefreiheit in Kirchen dann die Kirchen sind oder ob's bei den Treppenaktionen dann kommunale Verantwortliche sind.

00:16:31: Oder ob es bei Aktivität beispielsweise zum Thema Pflege, ob da die Träger von Pflegeeinrichtungen waren.

00:16:41: Wir schauen auch immer das wir Partner finden die es uns dann erleichtern, diese Thematiken in die Bereiche zu transportieren, die wir gerade ansprechen wollen.

00:16:51: Man merkt schon da steckt eine ganze Menge Vorbereitung dahinter damit diese Maßnahmen wirklich Wirkung zeigen können.

00:17:00: Und wir merken aber, dass das wirklich funktioniert.

00:17:03: Weil sozusagen neben dem Tag des Weißen Stockes – das ist ja so das Pendant zum Thema Blindheit sage ich mal – parallel zu diesem Tag des weißen Stocks der Seebehindertag eigentlich inzwischen genauso erfolgreich ist und in den Medien vorkommt und auch wirklich Partner findet mit denen wir die Dinge umsetzen können.

00:17:25: Aber Herr Peters, Sehbehinderung ist ja nicht Sehbehinderung.

00:17:28: Sie haben auch schon gesagt es gibt so unterschiedlichste Formen von Seh-Behinderungen und unterschiedliche Herausforderungen.

00:17:33: wenn man das jetzt auf das Thema Kochen denkt was sind da die unterschiedlichen Herausforderungen?

00:17:41: Und wie kann man diese Unterschiede, die Komplexität dann auch vermitteln?

00:17:49: Die Bedarfe sind da ja wie sie auch sagen wirklich sehr unterschiedlich Und da versuchen wir, den kleinsten gemeinsamen Nenner immer irgendwo hinzubekommen.

00:17:59: Durch zum Beispiel ein größeres Kochbuch vielleicht oder wer mag der das dann sich am Smartphone irgendwie vorlesen lässt den Text und die Schritte einzeln.

00:18:10: dann des Kochens geht dann weiterhin zu Kennzeichnungen am Herd.

00:18:19: Das ist ja wichtig.

00:18:20: Herr Bildt gesagt er gerade dass er einen neuen Herd hat damit ich jetzt auch umgehen kann, kann ich eben nur wenn der Herr entsprechende Knöpfe vielleicht hat oder Markierungspunkte gesetzt bekommt.

00:18:33: Damit ich das auch sehen kann, wenn es eine Glasschläche ist habe selbst ich als Siebender da meine Probleme zu erkennen.

00:18:40: ja was ist da jetzt für ein Zeichen?

00:18:43: Ja dann geht es weiter dass man zum Beispiel auf dem Tisch eine weiße Tischdecke vielleicht mit einem dunkelen Teller nimmt, um Kontraste herzustellen.

00:18:53: Da kommen wir wieder auf so ein Kontrastethema zurück.

00:18:58: Wenn ich jetzt also ne weiße Tischdecke hab, habe einen weißen Tellern und vielleicht noch ne helle Speise drauf das ist dann doof und dann sehe ich den Tellerrand nicht und schwappt schon alles über.

00:19:10: So kann man es mal ganz kurz in der gebotenen Kürze vielleicht sagen

00:19:15: Ja dass man da verschiedene Lösungen aufzeigt unterschiedliche Möglichkeiten zeigt.

00:19:22: Ich würde gerne den Blick noch mal ein bisschen mehr auf den Verband richten, der blinden und sehbehinderten Verband ist ja sowohl für blinde als auch für Menschen mit Sehbehinderung zuständig.

00:19:35: Herr Beetge welche Rolle spielt Sehbehinderung für die Arbeit im Verband?

00:19:40: Ich denke man kann sagen dass das inzwischen Mainstream Wenn man sich die Bereiche anschaut, sagen wir mal Barrierefreiheit, Beratungsqualität, Interessenvertretung und Aufklärung.

00:19:53: Dass es nicht mehr so ist, dass wir sagen können, wir reden jetzt nur über Blindheit oder nur über Seebehinderungen, sondern dass beide Dinge gemeinsam adressiert werden, wo immer das geht?

00:20:05: Oder wenn ein bestimmter Aspekt gerade besonders hervorsticht, dass dann eben dieser Aspekt betont wird oder man sich darum kümmert.

00:20:15: Mal ist es so das jetzt sage ich mal aus blinden spezifischen Herangehensweisen, dass da sozusagen sebehindertenspezifische Dinge hin zugenommen worden sind und dazu gewachsen sind und mal ist es umgekehrt.

00:20:29: also wenn man so in die einzelnen Bereiche reinschaut, wenn wir uns einmal das Thema Interessenvertretung anschauen, erinnern sich manche vielleicht noch, darum gekämpft haben, dass das Bundesteilhabegesetz unseren Personenkreis nicht ausgrenzt.

00:20:45: Sondern dass wir auch weiterhin Leistungen der Eindliederungshilfe bekommen können.

00:20:51: und was aber gar keiner weiß, dass im Wesentlichen es eigentlich damals darum ging, dass nicht sehbehinderte Menschen aus diesem entsprechenden Kreis herausfallen.

00:21:03: Damals hieß es nämlich nur wer in fünf Lebensbereichen von neunen Unterstützungsbedarf hat, der kriegt überhaupt noch Leistungen nach dem Bundesteilhabegesetz und das war für viele sebehinerte Menschen gar nicht der Fall.

00:21:15: also hätten wir da sozusagen alle Berechtigungen verloren dass Menschen mit Sebenung entsprechenden Leistungen kriegen.

00:21:22: wenn man das Thema Barrierefreiheit uns anschauen da ist es so dass wir beispielsweise das Thema Leserlichkeit uns vorgenommen haben, dass wir dazu mit leserlich.info eine ganz eigene Plattform geschaffen haben, wo es einen Kontraste-Rechner, wo's einen Schriftgrößenrechner gibt und wo wirklich Menschen die gestalten wollen, wo sie ihre Hilfen bekommen können und ihre Hinweise bekommen können wie Sie das denn so gestalten, dass sie visuell ist?

00:21:53: So machen, dass es möglichst barrierefrei ist!

00:21:57: Übergreifend sozusagen ist das wieder der Fall, wenn wir uns Leitsysteme anschauen.

00:22:02: Da ist zwar der Sprachgebrauch so dass wir von blinden Leitssystemen sprechen die was weiß ich an Bahngleisen oder im öffentlichen Raum vorzufinden sind für diese Leitsosteme gelten aber Vorgaben die sowohl das Thema visuelle Erscheinungsform also Kontrast und sowas mitbeinhaltet als auch sozusagen taktiles haptisches.

00:22:27: Also man spricht zwar noch vom Blindenseit Leitsystem, es ist aber so dass das im Grunde ja inzwischen übergreifend gedacht wird.

00:22:35: Spezifisch wiederum haben wir dafür gekämpft, dass wir die sogenannte Kontrastenorm haben wo's um visuelle Informationen im öffentlichen Raum geht.

00:22:45: da zum Beispiel ist geregelt wie Bei Aufzügen oder bei Automaten, wie da die

00:22:52: Bedienelemente

00:22:53: gekennzeichnet sein müssen, dass sie gut wahrnehmbar sind.

00:22:56: Das ist wieder eine Geschichte, die sozusagen sehbehindertenspezifisch ist.

00:23:01: Nehmen wir das Thema Beratung?

00:23:02: Da ist es ja so, wenn wir uns anschauen, wie unsere Beratungsmarke, Blickpunkt Auge entstanden dann ist sie eigentlich aus einem Herangehen entstand, das wir gesagt haben.

00:23:13: Wir müssen Menschen mit Augenerkrankungen, Menschen die erst mal eine Seebeeinträchtigung haben besonders ansprechen und haben deshalb Blickpunkt Auge entwickelt und inzwischen ist es die Marke geworden, die auch blinde Menschen ansprechen soll.

00:23:28: Da ist sozusagen aus dem Seebehindertenbereich hinzugewachsen, das Thema blindenspezifik und in der Beratungsqualität und bei den Beratungseinhalten sozusagen das ganze Übergreifend entstanden.

00:23:41: Wenn ich so das Thema Aufklärung nehme da ist es so dass wir wieder andersrum eigentlich die Entwicklung sehen.

00:23:48: Da hatten wir als unser Logo den berühmten Stockgänger über viele Jahre.

00:23:55: Das Ersteilungsbild haben wir jetzt weiterentwickelt.

00:23:59: Jetzt haben wir das Rasterauge, was für Blindheit und Sehbehinderung stehen kann.

00:24:04: Da haben wir Sehbehinderungen sozusagen dazugenommen und ist aus dem blinden Spezifischen das Thema SehBehinderung hinzugewachsene.

00:24:11: Also ich glaube man kann allgemein sagen dass wir inzwischen wane streammäßig unterwegs sind, dass wir die verschiedenen Aspekte adressieren und dass wir wo es geht sozusagen übergreifend handeln, wo es hat Spezifiken gibt.

00:24:24: Das wird die dann auch jeweils ansprechen?

00:24:28: Ja ich bin froh das es Blickpunkt Auge gibt und ich darf sagen in der Koordinationsstelle leben mit Sehbinderung haben wir ja auch Ende der Neunzigerjahr, Anfang zweitausender Jahre darüber gesprochen und auch dem Präsidium ein Brief geschrieben damals.

00:24:46: Es muss irgendwie einen Beratungsdienst Auge oder so geben, der sich speziell um die Menschen mit Säblinon kümmert – das wollte er ja dann auch angenommen – und so ist ja dann Blickpunkt Auge eben auch entstanden hat Herr Beggel gerade schon gesagt.

00:25:03: Und ich finde auch Blickpunkt-Auge holt viele Menschen ab die eine sehbehinderung jetzt bekommen, weil diese haben früher immer so gesagt naja ich geh nicht zum blindenverein was soll ich da?

00:25:15: ich hab in der sehbehinderung und bin noch nicht blind und habe angst will nicht blind werden.

00:25:21: Und deswegen ist blickpunkt auger wirklich ne ganz super geschichte und hat sich ja auch wirklich rasant entwickelt.

00:25:28: und einige bundesländer haben ein blick punkt auger beratungsmobil fahren zu fahren, wie zum Beispiel die Niedersachsen.

00:25:35: Die Sachsen-Anhalter Nordrhein-Westfalen und Schleswig-Holstein hat das glaube ich im Moment nicht laufen.

00:25:44: aber was nicht ist kann ja wieder werden auch in anderen Bundesländern.

00:25:48: Sachsen und Hessen ist noch dabei?

00:25:50: Entschuldigung ja!

00:25:50: Sachsen oder Hessen haben wir natürlich auch gerade.

00:25:54: mit diesen Fahrzeugen kann man dann auch in die kleineren Regionen fahren und es nicht nur auf die Beratungsstellen in den großen Städten angewiesen.

00:26:02: Ja und da wird beim Seebehindertentag sicherlich ja auch, das ist ja auch die Hoffnung, dass in die Breite zu streuen.

00:26:09: In den Landesvereinen, in die kleine Städte usw.

00:26:13: Jetzt ist der DBSV schon sehr aktiv für die Belange von Menschen mit Seebehinderungen.

00:26:19: Wie das machen Sie gleich gerne weiter?

00:26:20: Was kann der Vermenter da überhaupt noch in seiner Arbeit verbessern?

00:26:24: Da gibt es immer sicherlich was Luft nach oben ist.

00:26:27: zum Beispiel kann man sagen, dass wir zusehen sollten.

00:26:31: Dass wir noch viel mehr Mitglieder einmal gewinnen auch über den Sehbinnertentag vielleicht und diese dann in der Ehrenamtlichkeit auch in Verantwortung bringen können.

00:26:43: Dass sie sich beteiligen in Gremien, Fachausschüssen, Vorständen, wo auch immer um die sehbinderten Arbeit dahan noch viel besser zu manifestieren.

00:26:54: Wir sind gerade dabei, unsere gemeinsamen Fachausschüsse mit denen wir unsere Positionen zu dem Bereich Umweltverkehr oder im IT-Bereich entwickeln.

00:27:04: Dass wir die neu besetzen das ist immer so wenn wir ein Verbandstag haben dann werden diese Gremien auch neu besetzt und verbanztag gibt es bei uns jetzt in diesem Juni auch.

00:27:15: Und da ist es so dass wir einfach feststellen dass wir mehr Menschen brauchen die wirklich mit Seebehinderung unterwegs sind spezifik die Expertinnen und Experten in eigener Sache, die blind sind.

00:27:26: Davon finden wir bisher immer ausreichend und im sebehinderten Bereich suchen wir aber noch Leute, die Interesse haben sich da auch weiter zu engagieren.

00:27:36: Das wird einer der Punkte der nächsten Monate sein und ich glaube es ist eh so dass wir Menschen mit Sehbeeinträchtigung ermutigen müssen, immer noch mehr ermutigem müssen sie auch wirklich in die Aufgaben zu trauen, die in unseren Organisationen anstehen.

00:27:53: Letztlich sage ich mal so dann die Verbandsarbeit selber gestalten und auch der Gesellschaft helfen sich in diese Richtung weiterzuentwickeln.

00:28:00: Und ich glaube dass es lange nicht mehr so ist das man sagen kann.

00:28:04: jetzt sind die blinden Organisationen die sie in unserem Verband zusammenschließen sondern vielleicht doch ein bisschen deutlich geworden ist längst so, dass auch Menschen die mit irgendeiner vor mit Augenerkrankungen dadurch Sehbeeinträchtigungen oder Blindheit zu tun haben.

00:28:19: Dass sie sich zu Hause fühlen können bei uns.

00:28:22: Ich glaube wo es noch ein bisschen Luft nach oben gibt das ist so manchmal wenn wir vor Ort bei Freizeitangeboten oder bei Austausch-Angeboten, dass wir manchmal noch ein spezifischer ein bisschen spezificer oder noch ein bissel mehr Angebote brauchen die speziell auch Menschen mit Sehbeanträchtigung adressieren.

00:28:40: Da sind ja manchmal Dinge möglich, die im blinden Bereich nicht mehr möglich sind.

00:28:45: Ja da gibt es vielleicht auch manchmal das Bedürfnis sich spezifisch zu bestimmten Augenerkrankungen auszutauschen oder naja zu bestimmte Seebeeinträchtigungen auszutauschen.

00:28:56: Da gibt's vielleicht noch ein bisschen Luft nach oben wo wir auch noch besser werden können gerade bei den Vorortaktivitäten.

00:29:01: aber auch da brauchen halt die Leute die dann vor Ort da sind, die das mit organisieren und die sich dort auch mit Zuhause fühlen.

00:29:09: Also kann man einfach sagen, Leute nehmt die Gelegenheiten in die Hand und engagiert euch in unseren Selbstdiffer-Organisationen.

00:29:17: Und zu Hause fühlen dürfen sich alle!

00:29:20: Das ist doch ein gutes Wort zum Schluss und ein schöner Aufruf den wir hier zum siebenhunderten Tag mitnehmen können.

00:29:30: Ich danke Ihnen beiden sehr für das Gespräch.

00:29:33: Gerne

00:29:34: Ja bis zum nächsten Mal.

00:29:35: Danke auch.

00:29:36: Das

00:29:45: waren die Verbandsperspektiven zum Seebehindertentag.

00:29:49: Fragen Sie doch mal bei Ihrem Landesverein, sicher gibt es Aktionen bei Ihnen in der Nähe rund um den sechsten Juni.

00:29:57: Einen Überblick zum Aktionstag finden sie unter www.seebehindertentag.de.

00:30:06: Infos zur Koordinationsstelle leben mit Seebehinderung www.leben-mit-sehbehinderung.html.

00:30:23: Auf der Webseite des DBSV finden Sie außerdem den Fachausschuss für die Belange sehbehinderte.

00:30:30: Unter dbsv.org/.light-systeme gibt es einen Überblick zu den angesprochenen Anforderungen an Light Systeme.

00:30:38: Das Projekt Blick.Auge finden Sie im Internet unter www.blick.-auge.de Und die Anforderungen an ein inklusives Kommunikationsdesign mit leserlicher Schrift gibt es unter leserlich.info.

00:30:59: In den heutigen Verbandsperspektiven hörten sie Andreas Betke und Bernd Peters, Moderation Leoni Koll, Redaktion & Schnitt Leon Nicole und Christian Baalbach.

00:31:12: Sounddesign Robby Sandberg.

00:31:15: Hat Ihnen diese Folge gefallen?

00:31:17: Dann freuen wir uns sehr, wenn Sie uns abonnieren und bewerten!

00:31:21: Die nächste Folge der Verbandsperspektiven erscheint Mitte September.

00:31:26: Um die Wartezeit zu verkürzen hören sie doch auch in unsere weiteren Podcasts rein Zum Beispiel in unseren neuen Reportage-Podcast Low Vision Stories.

00:31:37: In der aktuellen Folge lernen sie Nikolaus Recides kennen.

00:31:41: Er ist blinder Influencer und Pädagoge in Marburg, wir konnten ihn begleiten!

00:31:46: Wir freuen uns auf ihr Feedback.

00:31:50: Schreiben Sie uns auf Instagram, Facebook oder direkt per E-Mail an podcastsatdbsv.org.

00:31:57: Podcasts dabei mit einem S am Ende.

00:32:01: Vielen Dank fürs Zuhören und bis zum nächsten Mal Tschüss.

00:32:16: Dieser Podcast wird produziert vom DBSV.

Über diesen Podcast

„Verbandsperspektiven - Der Gesprächs-Podcast des DBSV“ ist ein Podcast des Deutschen Blinden- und Sehbehindertenverbands.
Hier bekommen Sie fundierte Einblicke in die Arbeit des Verbands, erfahren die Standpunkte des DBSV zu aktuellen Themen und erhalten Hintergründe zur politischen Interessenvertretung. Wenn Sie sich für Engagement, Teilhabe und die Perspektiven blinder und sehbehinderter Menschen interessieren, sind Sie hier genau richtig.

von und mit DBSV – Deutscher Blinden- und Sehbehindertenverband e.V.

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